DIY-Praxis: Holz altern lassen

Heute wollen wir Holz altern lassen. Holz ist einer meiner Lieblings-Baustoffe. So richtig Charme bekommt es allerdings erst, wenn es schon einige Jahre „auf dem Buckel“ hat und sozusagen eine Geschichte zu erzählen hat. Abnutzungen, Macken, Flecken, Brandlöcher – all das sind Dinge, die einem Objekt Einzigartigkeit verleihen und es weg von der vermeintlichen Perfektion eines Neuteils bringen. Solches „Vintage-Holz“ ist aber natürlich nicht an jeder Ecke zu bekommen – und sehr wahrscheinlich würden die Abmessungen auch gar nicht für das geplante Projekt passen. Daher muss man zu ein paar Hilfsmitteln greifen, wenn man neues Holz altern lassen und ihm eine „antike“ Patina geben möchte.
titel3Dabei führen verschiedene Wege zum Ziel. Am besten probiert man erst mal an einem Testbrett aus, welche Möglichkeiten der Bearbeitung einem am meisten zusagen. Holz altern lassen – hier meine Tipps:

Abflammen

Benötigt:

    • Gasbrenner
    • Drahtbürste

Das Abflammen ist mein persönlicher Favorit, um dem Brett zu etwas mehr Struktur zu verhelfen. Mit Hilfe des Gasbrenners wird die oberste Schicht des Bretts richtig angekokelt – es darf ruhig schwarz werden. Anschließend mit der Drahtbürste die Schicht aus Kohle und Asche entfernen. Wichtig: immer in Richtung der Holzfaser bürsten! Je mehr  weggebürstet wird, desto heller wird das Endergebnis. Die Holzstruktur ist jetzt viel deutlich erkennbar – und vor allem auch spürbar; also schon einmal ein Gewinn für die Optik und Haptik!
abflammen

Mechanische Gebrauchspuren erzeugen

Benötigt:

    • Hammer
    • Nägel
    • eine Metallstange, ein Meißel oder auch ein Stemmeisen

Ein Stück Holz bekommt in seinem Leben viele Kampfspuren ab – auch diese kann man „faken“. Den Hammer also einfach einige Male auf das Brett fallen lassen und je nach Geschmack auch aus verschiedenen Winkeln draufhauen. So entstehen mehr oder weniger tiefe Dellen oder auch längliche Kerben. Mit ein paar Nägeln kann man noch für künstliche Holzwurmlöcher sorgen, allerdings sollte man das nicht übertreiben. Mit dem Stemmeisen kann man noch die Kanten ein wenig bearbeiten, sodass auch diese nicht mehr so neu aussehen.
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Färben

Benötigt:

    • Kaffeesatz
    • Essig und einen Metallschwamm oder
    • ein wenig Farbe

Um die Farbe des Bretts zu ändern, gibt es verschiedene Varianten. Man kann sie einzeln anwenden oder auch untereinander kombinieren.

Bei der ersten Variante hilft Kaffeepulver, das Brett zu verfärben. Hierfür in ein Glas etwas Kaffeepulver geben und mit ein wenig Wasser anmischen. Das Gemisch lässt man am besten ein paar Minuten durchziehen, bevor man es auf das Brett häufelt und mit einem Lappen kräftig in das Holz einreibt. Dann gibt man dem Kaffee wieder ein paar Minuten Zeit zum einziehen. Die Reste kann man dann gut mit einer alten Bürste abbürsten.

Die zweite Variante bereitet man schon einen Tag vorher vor: Man füllt ein Glas mit Deckel (altes Marmeladeglas etc.) mit Essig und gibt ein Stück Stahlwolle dazu. Deckel verschließen und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag streicht man diese Mischung mit einem Pinsel auf das Brett. Durch eine chemische Reaktion verändert das Holz seine Farbe; das dauert je nach Holzsorte unterschiedlich lange. Auch hier gilt: Versuch macht kluch, oder so 😉

Um das Brett aufzuhellen, empfehle ich, weißen Lack mit Wassers zu verdünnen. Je mehr Wasser man nimmt, desto weniger Veränderung wird sichtbar. Für stärkere Aufhellungen kann man auch die Farbe pur auftragen und nach wenigen Minuten Trocknungszeit wieder mit einem alten Lappen abwischen. Einen schönen Effekt bekommt man, indem man die Farbe nur punktuell aufträgt und verreibt.
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Das waren meine Tipps zum Altern von Holz. Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, allerdings bekommt man hiermit schon ein sehr echt anmutendes „altes“ Werkstück hin. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Tobias Anke

Meine Wege führten mich 2012 zu AhlersHeinel und seitdem pendele ich jeden Tag aus der „Provinz“ in die Lortzingstr.1 um mich hier um das Design der tollsten Printprodukte für unsere Kunden zu kümmern. Zum Abschalten in der Freizeit bin ich am liebsten im Weserbergland mit dem Motorrad unterwegs oder am Wochenende auch gerne mal auf Autocross-Rennen in Norddeutschland zu sehen.

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