Drei Stunden für die Kunst oder mein zweiter Besuch im Albertina

In meinem letzten Beitrag über die Albertina hatte ich die Ausstellung „Seurat, Signac, van Gogh – Wege des Pointillismus“ (September 2016 bis Januar 2017) als weiteres Highlight erwähnt. Es kam, wie es kommen musste,  zu dieser Ausstellung konnte ich nicht „Nein sagen“ und erneut ging es in Richtung Wien. Dieses Mal entschied ich mich jedoch für das Flugzeug als Reisemittel und nicht den Zug. Ebenfalls sollte es wieder ein Wochenendtrip werden, durch den Flug verkürzte sich meine Reisezeit von 16 auf ca. 3 Stunden und ich würde genügend Zeit haben, um die Kunstwelt in Wien unsicher zumachen.

Der Hauteingang des Albertina

Pointillismus – Eine Menge Punkte für ein Werk

Wie Punkte für die Kunst? Und was bedeutet Pointillismus überhaupt? Point heißt übersetzt Punkt und das Wort Pointillismus beschreibt eine Stilrichtung in der Kunst, die zum Post-Impressionismus gehört und von 1889 bis 1910 populär war. Wegbegründer für diesen Stil war Georges Seurat, dessen Werke ebenfalls in der Ausstellung zu sehen waren.

Was macht die Bilder des Pointillismus aus?

Die Künstler tragen bei dieser Stilrichtung die Farbe in Punkten und nicht in Strichen auf. Diese Technik nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, Seurat zum Beispiel brauchte ca. ein Jahr für ein Werk. Doch welcher Sinn steckt hinter diesem „Aufwand“? Durch das Zerlegen der einzelnen Elemente in Punkte entsteht für die Betrachter der Werke eine Optische Täuschung. Bei naher Betrachtung besteht das Bild wirklich aus vielen Punkten, doch je größer der Betrachtungsabstand, desto mehr vermischen sich die Farbpunkte auf der Netzhaut der Betrachter zu einer Farbfläche. Durch diese optische Täuschung erhalten die Bilder eine unverwechselbare Wirkung, sie bekommen ein helles, dauerhaftes Leuchten, dass die Werke dieser Epoche einzigartig werden lässt.

Die Wirkung der Ausstellung im Albertina

Und auch für diese Ausstellung hatte sich der Weg nach Wien wieder mehr als gelohnt. Die Albertina hatte sämtliche Meisterwerke der Zeit eigens für diese Show zusammen gestellt. Um die Wirkung der Bilder zu unterstützen, wurden die Wände der Räume in Pastelltönen (meist Flieder und Rosé) gestrichen. Texte neben den Bildern erzählten dem Betrachter die Geschichte des Pointillismus. Durch diese passende Aufbereitung schickte die Albertina seine Besucher auf eine Zeitreise und es war eine Freude durch diese Ausstellung zu wandeln.

Mein Fazit

Die Albertina gehörte bereits nach meinem ersten Besuch zu meinen Lieblings-Museen und mein zweiter Besuch bestätigte mir, wie sehr mir dieses Museum gefällt. Schon länger bewundere ich die Bilder des Pointillismus, daher bin ich dem Albertina umso  dankbarer für diese wirklich schöne Ausstellung.

Wie es zwischen mir und dem Albertina weitergeht? Ganz einfach, dieses Jahr lacht mich wieder eine Ausstellung im Albertina an: Dieses Mal dreht sich alles um Raffael – neben Da Vinci und Michelangelo einer der wichtigsten Künstler der Kunstgeschichte – vom 29. September bis zum 7. Januar 2018.
Und ich bin mir sicher, auch diese werde ich mir nicht entgehen lassen.

Anja Brüggemann

Seit August 2013 gehöre ich zum AhlersHeinel-Team. Nicht nur auf beruflicher Ebene interessiere ich mich für Gestaltung und Design – auch privat bin ich der Kunst und Kreativität verfallen. Ich male sehr gern mit Ölfarben, außerdem tanze ich Ballett.

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